Japan gilt als wichtigster Knotenpunkt für das Internet in Ostasien – hier sind mit JPNAP und JPIX gleich zwei wichtige kommerzielle Exchanges beheimatet. Dementsprechend viele Unterseekabel landen an Japans Küsten – insbesondere im Osten – an.
Die Illustration (Quelle: Telegeography, Markierung von mir) zeigt, daß das Epizentrum und die Quelle des Erdbebens vom 11.03.2011 deutlich von vielen der in Japan anliegenden Unterseekabel entfernt liegen.
Sehr nah am Beben liegen scheinbar:
- Die TGN-Pacific-Kabel von Tata
- PC-1
- Ein Kabel von Japan in die USA
PC-1 W und PC-1 N sind laut der Website der Betreibergesellschaft momentan nicht in Betrieb; und auch EAC ist laut Renesys an zwei Stellen gebrochen.
Die Auswirkungen des Bebens auf das Routing in der AP-Region (AsiaPacific) sind laut Renesys-Blogposting trotzdem gering. Scheinbar sind keine Kabel deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden, so daß die Trafficstatistiken von JPIX und JPNAP keine besondere Veränderung zeigen. Die Statistik des JPIX zeigt (am äußersten rechten Rand der Grafik, QUelle jpix.ad.jp) einen deutlichen Einbruch, der jedoch inzwischen wieder vollständig aufgeholt wurde.

JPIX Traffic statistics
Auch beim JPNAP sieht es unspektakulär aus – weder JPNAP Tokyo1/2 noch JPNAP Osaka zeigen signifikante Einbrüche in den Trafficstatistiken.
Das Fazit der Renesys-Analyse: Die Internet-Konnektivität im asiatischen Raum hat durch das Erdbeben praktisch nicht gelitten – es bleibt aber abzuwarten, ob weitere Folgeprobleme auftreten werden.
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